Universität Potsdam
8. Kinder-Universität Potsdam; 30. September 2011
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Campus

Ein Hochschulgelände nennt man Campus. Manche Universitäten haben alle Gebäude dicht beieinander auf einem Campus, und man kann zu Fuß zum Beispiel vom Hörsaal zur Bibliothek und dann zur Mensa laufen. Andere Universitäten haben mehrere Standorte, die weit auseinander liegen. Dann muss man von dem einen Campus mit dem Fahrrad oder sogar mit dem Zug zum anderen Campus fahren, um von einem Seminar zum nächsten zu kommen.

Doktor
Einen „Doktor machen” kann man in jedem Fach, nicht nur in der Medizin. Dann steht vor dem Namen die Abkürzung "Dr.". Ohne so einen Titel kann man in der Wissenschaft keine Karriere machen, und im täglichen Leben kann man sich damit manchmal Respekt verschaffen. Doktor wird man, indem man über mehrere Jahre an einer "Dissertation" schreibt. Das ist eine ausführliche schriftliche Arbeit, die man in einer strengen Prüfung verteidigen muss.

Vorlesung

Hochschulabschluss
Damit man beweisen kann, dass man an einer Universität etwas gelernt hat, macht man am Ende eines Studiums seinen Abschluss. Dafür muss man in seinem Studienbuch alle nötigen Scheine gesammelt haben, Prüfungen ablegen und eine größere Arbeit schreiben. Je nach Fach und Leistungsstufe heißt der Abschluss "Diplom", "Magister" oder neuerdings auch "Bachelor" oder "Master". Das steht dann auf dem Zeugnis, und man kann stolz darauf sein. Manche, wie zum Beispiel Lehrer und Juristen, machen ein "Staatsexamen".

Hörsaal
In einem Hörsaal finden die Vorlesungen statt, denen die Zuhörer, wie der Name schon sagt, lauschen können. An der Universität ist jede Vorlesung in einem anderen Hörsaal, und man wandert oft von Ort zu Ort. Das ist ganz anders als in der Schule, wo einer Schulklasse ein Klassenzimmer gehört und alle einen festen Platz haben. Der größte Hörsaal einer Universität wird Audimax genannt.

Klopfen
Das Klopfen im Hörsaal ist wie das Klatschen im Theater. Am Ende können die Zuhörer zeigen, ob es ihnen gefallen hat oder nicht. Man ballt dabei eine lockere Faust und pocht auf den Tisch. Früher einmal äußerte man damit Kritik, indem man die Redebeiträge unhöflich unterbrach. Mittlerweile wird am Ende einer jeden Vorlesung geklopft.

Campus Golm

Kommilitone
Kommilitoninnen und Kommilitonen sind die Kolleginnen und Kollegen, wenn man studiert. Die direkte Übersetzung würde so etwas wie "Mitsoldat" bedeuten. Aber das passt nicht in den Zusammenhang mit einer Universität, denn die Studierenden sind ja keine Soldaten, und an der Uni ist das Wort die schärfste Waffe.

Mensa
In der Mensa geht man essen, und als Studentin oder Student besonders preiswert. Die Uni-Küche wird nicht von der Uni selbst, sondern vom Studentenwerk betrieben, das auch Wohnheime und andere lebenswichtige Einrichtungen für Studierende bereitstellt.

Professor
Wer Hochschullehrer, Forscher oder Künstler ist, kann sich auf eine Professur bewerben. Das ist eine Stelle für Lehre und Forschung an einer Hochschule. Wer angenommen wird, ist für den Rest des Lebens Professor, oder wenn es eine Frau ist, Professorin. Professoren können nur von einem Minister wieder entlassen werden. Aber das passiert nur, wenn sie ein Dinosaurierskelett aus der wertvollen Sammlung der Uni klauen oder andere schlimme Fehler machen. Alle Professoren, umgangssprachlich auch "Prof" genannt, müssen vor ihrer Einstellung oder auch "Berufung" mindestens ein dickes Buch in ihrem Fach geschrieben haben: die Doktorarbeit. Aber meist sind es mehr Bücher. Das dauert Jahre und ist sehr schwer.

Professor

Semester
An der Uni ticken die Uhren anders als in der Schule: Man zählt akademische Studienhalbjahre statt ganze Jahre, und das tut man traditionell auf Latein. "Semestris" sind "sechs Monate", und dazwischen liegen die Semesterferien oder, genauer gesagt, die vorlesungsfreie Zeit. Denn hier ist nicht nur Gelegenheit, in der Welt herumzureisen und die Oma zu besuchen, es müssen auch Hausarbeiten geschrieben, Prüfungen abgelegt oder Praktika absolviert werden. Diese sind wichtig, damit man nach der Uni eine Vorstellung davon hat, wie es später im Arbeitsleben zugeht. Viele Studierende gehen in dieser Zeit auch arbeiten, um sich etwas Geld für ihr Studium dazuzuverdienen.

Seminar
Ein Seminar beschäftigt sich in der Regel über ein Semester lang mit einem vom Professor oder seinem Assistenten vorgegebenem Thema. Es nehmen nur wenige daran teil. Anders als in einer Vorlesung, wo viele Studierende sitzen und vor allem zuhören, gestalten Studentinnen und Studenten ein Seminar aktiv mit. Sie diskutieren und halten Vorträge (Referate). Häufig müssen sie das behandelte Thema auch später in einer Hausarbeit vertiefen. Das Wort Seminar leitet sich vom lateinischen "semen" ab, was Samen bedeutet. Baum- und Pflanzschulen trugen daher früher denselben lateinischen Namen wie die Veranstaltungen heute an den Unis.

Vorlesung
Vorlesungen werden von Professoren gehalten, während man als Studentin oder Student mit gespitzten Ohren und gespitztem Bleistift dasitzt, zuhört, versucht, alles zu verstehen und manches mitschreibt. Es kommt vor, dass Hunderte in einer Vorlesung sind. Manche Professoren lesen ihren Text ab, andere sprechen frei, und einige verwenden moderne Medien wie zum Beispiel Videos, damit man besser verstehen kann, was sie erklären wollen. Mit "Vorlesung" sind manchmal einzelne Veranstaltungen gemeint, die meist anderthalb Stunden dauern und jede Woche zur gleichen Zeit beginnen. Gelegentlich bezeichnet man aber auch ganze Vorlesungsreihen als "Vorlesung". Wenn man wissen möchte, wo und wann welche Vorlesung oder auch welches Seminar stattfindet, schaut man im Vorlesungsverzeichnis nach, das so dick ist wie ein Buch.